Standard & Latino

Worms Tanzschule

Kursleiterin und Choreographin Olga Krjukov

Tanzgeschichte

Sie wollten schon immer mehr über die Standard- und Lateinamerikanischen Tänze wissen? Jeder Tanz hat eine eigene Geschichte. Informieren Sie sich hier!


Standard Tänze:

Langsamer Walzer

Quickstep

Tango

Wiener Walzer

Slowfoxtrott


Lateinamerikanische Tänze:

Cha Cha Cha

Rumba

Samba

Jive

Paso Doble


Andere Tänze:

Rock´n´Roll

Boogie Woogie

Salsa

Tango Argentino

Hip Hop

Discofox

Lindy Hop

Langsamer Walzer

ist ein Gesellschafts- und Turniertanz im 3/4-Takt. Der langsame Walzer ist einer der klassischen Standardtänze. Um 1870 entwickelte sich in Amerika eine sanftere Form des Wiener Walzers, der unter dem Namen Boston bekannt wurde. Diese Version behielt die für den Wiener Walzer charakteristischen drehenden Figuren bei, wurde aber zu einem langsameren Tempo getanzt. Um 1920 entwickelte sich daraus in England der Langsame Walzer, der wegen seiner Herkunft auch "English Waltz" genannt wird. Andere Quellen geben allerdings auch den österreichischen Ländler als "Urvater" des Langsamen Walzers an. Wie auch immer, die Tänzer nutzen das langsamere Tempo, um den Walzer um weitere Figuren zu bereichen, die ihn interessanter zu tanzen machen. Der Langsame Walzer ist seit 1963 Bestandteil des Welttanzprogramm. Er gilt als der harmonischste Standardtanz.

 

Foxtrott (Quickstep)

(engl. "foxtrot": Fuchsgang) ist ein Gesellschaftstanz mit zahlreichen, meist nur lokal verbreiteten Variationen. Entstanden ist der Foxtrott zwischen 1910 und 1915 in Nordamerika. Sowohl die tänzerischen Wurzeln als auch die Herkunft des Namens sind nicht eindeutig zu bestimmen, da sich hier zahlreiche Quellen deutlich widersprechen. Die populärste Erklärung, in dem Namen eine Anspielung auf den Gang des Fuchs zu sehen, ist jedoch höchstwahrscheinlich falsch. Der Foxtrott nahm Elemente des Ragtime, Onestep, Twostep sowie des von Vernon und Irene Castle choreografierten Castle Walk auf. Der Name Foxtrott geht möglicherweise auf den Schauspieler Harry Fox zurück, der für seine damals populäre Variete-Show "Harry Fox & the Zigfeld Follies" Schritte aus Onestep und Castle Walk übernahm. Fox verbreitete so diesen Tanz in der Öffentlichkeit. Der Foxtrott wurde so zum Synonym für eine Reihe von Geh- und Schreittänzen, von denen die meisten nicht mehr existieren. Nach Europa kam der Foxtrott erst nach dem Ersten Weltkrieg. 1920 wurde das vorhandene Schrittmaterial auf einer Konferenz in England zum ersten Mal geordnet. Seit 1924 unterscheidet man zwischen der langsamen Variante, dem Slowfox sowie dem schnelleren Quickstep. Ins Welttanzprogramm wurde der Foxtrott 1963 mit aufgenommen.

Tango

Der Name Tango (lat. tango = ich berühre) steht:
für einen Standardtanz argentinischer Herkunft im 2/4-Takt
als Sammelbezeichnung für zahlreiche argentinische Tanz- und Musikformen.
Siehe auch: Tango Argentino

 

Wiener Walzer

Der Wiener Walzer ist ein Gesellschafts- und Turniertanz im 3/4- oder seltener im 6/8-Takt. Er wird normalerweise bei etwa 60 Takten pro Minute getanzt und ist damit doppelt so schnell, wie der Langsame Walzer. Er gehört zu den Standardtänzen.
Der Wiener Walzer geht auf einen uralten, im Alpenraum beheimateten Volkstanz zurück. Er wurde wegen seiner Ungezügeltheit oft bekämpft, manchmal sogar verboten. Es galt zum Beispiel als unschicklich, dass man beim Wiener Walzer die Fußknöchel der Damen sah. Auf dem Wiener Kongress Anfang des 19. Jahrhunderts feierte er große Triumphe. Und auch sonst war der Wiener Walzer ein hochpolitischer Tanz. Der Kritikerpapst Wiens im vergangenen Jahrhundert Eduard Hanslick nannte den Walzer die „Marseillaise des Herzens“, der norddeutsche Dichter Heinrich Laube schwärmte von Johann Strauß als dem „Napoleon Autrichien“ und der Satz eines Strauß-Biographen, wonach „der Walzer Wien die Revolution erspart hat“, weist in die gleiche Richtung.
Der Wiener Walzer, bestehend aus sechs Schritten auf zwei 3/4- oder 6/8-Takte verteilt und mit einer vollständigen Drehung verbunden, setzte sich durch, allerdings mit der damals noch üblichen Ballettechnik.
In den 1920er-Jahren setzte in Deutschland das Walzersterben ein. Modernere, dynamischere Tanzformen setzten sich durch. In England war der Wiener Walzer sowieso nie heimisch geworden, dort tanzte man Boston oder später den Langsamen Walzer. Als Volkstanz wurde der Walzer mit Beginn der dreißiger Jahre vor allem im in Deutschland und Österreich wieder entdeckt.
Der ehemalige k.u.k.-Offizier Karl von Mirkowitsch machte den Wiener Walzer wieder gesellschafts- und turnierfähig, seit 1932 tanzt man den Wiener Walzer auf Turnieren. Der Nürnberger Tanzlehrer Paul Krebs verband 1951 die die altösterreichische Walzertradition mit dem englischen Stil. Bei dem Tanzfestival in Blackpool im gleichen Jahr feierte er große Erfolge. Seitdem ist der Wiener Walzer als gleichberechtigter Standardtanz anerkannt.
Heutzutage gilt der Wiener Walzer als der Gesellschaftstanz schlechthin.
In Österreich wird mit ihm traditionell das Neue Jahr (in der Silvesternacht im Österreichischen Fernsehen und einem Dutzend anderer Radio- und TV-Sender rund um den Erdball) begrüßt und ist auf vielen Hochzeiten der Tanz des Brautpaares. Natürlich darf er bei dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmonie genauso wenig fehlen, wie bei dem legendären Opernball, dem "Ball aller Bälle".

 

Slowfoxtrott

Der Slowfox ist der vierte der fünf Standardtänze. Hervorgegangen ist er aus dem Foxtrott, der sich in ebendiesen und den "Quicktime Foxtrot and Charleston" (später Quickstep) aufteilte. Der Slowfox ist ein typisch englischer Standardtanz. Er wird charakterisiert durch fließende raumgreifende weiche Bewegungen und verkörpert von allen Standardtänzen am besten das englische Understatement. Die Musik ist aufgrund der Entwicklung dem Jazz nahe. Heute wird sie mit etwa 28 bis 30 Takten/Minute gespielt.

Typische Tanzfiguren des Slowfox sind:
Der Gehschritt (The Walk)
Der Dreierschritt (The Three-Step)
Der Federschritt (The Feather-Step)
Die Rechtsdrehung (The Natural Turn)
Die Linksdrehung (The Reverse Turn)
Die Rückwärtige Welle (The Reverse Wave)
Der Richtungswechsel (The Change of Direction)
Die Impetusdrehung (The Impetus Turn)
Der Telemark (The Telemark)

 

Cha Cha Cha

Cha Cha Cha ist ein Gesellschafts- und Turniertanz im 4/4-Takt. Er wird normalerweise bei 32 Takten pro Minute getanzt. Wie Jive, Samba und Rumba gehört auch er zu den Lateinamerikanischen Tänzen. Der Cha Cha Cha (manchmal auch Cha Cha oder Chachachá) wurde in den 50er Jahren von dem Kubaner Enrique Jorrín aus Danzón und Mambo entwickelt. Jorrín verwendete die Silben "Chachachá" in einigen Danzóns zur Betonung der Synkope zwischen den Taktteilen 4 und 1. Auf diesen Taktteilen liegt auch die Hauptbetonung der Schritte im Cha Cha Cha. Anstatt des einen Seitschrittes im Mambo werden hier drei Schritte getanzt.

 

Rumba

Rumba ist:
Sammelbezeichnung für eine Vielzahl historischer und gegenwärtiger Lied- und Tanzformen auf Kuba von großer rhythmischer, melodischer, formaler und choreographischer Variationsbreite.
Lateinamerikanischer Gesellschafts- und Turniertanz im 4/4-Takt.
Als Modetanz kam die Rumba erstmals 1914 in New York auf. Rhythmisch vereinfacht gelangte sie 1931 auch nach Europa. In Deutschland wurde sie von den Nazis schließlich als entartet verboten.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Rumba wieder entdeckt, allerdings in zwei vollkommen unterschiedlichen Variationen. Zum einen die amerikanisch beeinflusste Square- oder Carrée-Rumba, zum anderen die vom in England lebenden Franzosen Pierre Lavelle propagierte Rumba im kubanischen Stil. Dies führte Anfang der 70er Jahre zu heftigen Auseinandersetzungen (die so genannten Rumba-Kriege), welche Variante jetzt richtig sei. Man einigte sich schließlich darauf, beide Varianten zuzulassen. Im internationalen Tanzsport hat sich mittlerweile der kubanische Stil durchgesetzt. Die Square-Rumba wird in Europa kaum noch unterrichtet, in den USA ist sie jedoch noch weit verbreitet.

Samba

Samba ist ein Gesellschafts- und Turniertanz im 2/4-Takt. Er wird normalerweise bei 50 bis 53 Takten pro Minute getanzt. Samba gehört zu den Lateinamerikanischen Tänzen.
Ursprünglich ist Samba ein Sammelname für viele Tanzformen, die im 19. Jahrhundert von afrikanischen Sklaven aus dem Kongo, dem Sudan und Angola in ihre neue Heimat Brasilien gebracht wurden. Der Samba de Roda, ein Kreistanz, wird als Ausgangstanz für den modernen Samba bezeichnet.
Die Samba-Musik wird von der kultischen Musik Alt-Afrikas abgeleitet. Ursprünglich ist der Samba ein 2/2-Takt (alla breve). Tanzkapellen spielen ihn aber heutzutage bevorzugt im 2/4-Takt - und meistens viel zu schnell zum Tanzen.
Als afrikanisch-portugiesische Mischform kam um 1910 die Maxixe, ein enger Paartanz, aus Brasilien nach Europa, der sich jedoch nur schwer durchsetzte. Unter dem Namen Samba tauchte dieser brasilianische Tanz in Turnierprogrammen 1924 und 1925 wieder auf, ohne großen Durchbruch. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Samba zum festen Bestandteil einer jeden Tanzkapelle. Um 1948/49 erreichte er in einer sehr vereinfachten Form eine große Popularität. Die Tanzschulen nahmen Samba mit Erfolg in ihr Programm auf. 1959 wurde Samba in das Turnierprogramm der Lateinamerikanischen Tänze aufgenommen.

 

Jive

Jive ist ein Gesellschafts- und Turniertanz im 4/4-Takt. Er wird normalerweise bei 44 Takten pro Minute getanzt. Jive gehört zu den Lateinamerikanischen Tänzen.
Jive ist heute die international anerkannte Bezeichnung für einen Tanz, der vielfältige verwandte Vorläufer afroamerikanischen Ursprungs hat. Dazu gehören zu Beginn der 1930er Jahre Lindy Hop, Blues und Swing, in den 1940ern der Boogie-Woogie, Jitterbug, gefolgt in den 1950ern vom Rock'n'Roll. Charakteristisch für alle diese Tanzformen war und ist heute noch die stimulierende Musik, die aufgrund ihrer rhythmischen Akzentuierung Jung und Alt in ihren Bann zog und zieht.
Amerikanische Soldaten brachten die in den USA beheimateten Tänze um 1940 nach Europa, wo sie bei der Jugend schnell sehr beliebt wurden. Der Boogie wurde nach dem Krieg zur dominierenden Musik. Als "artfremder, ordinärer" Tanz fand er aber nicht nur Freunde. Tanzpapst Alex Moore äußerte sich, dass er nie zuvor etwas "grässlicheres" gesehen hatte.
Englische Tanzlehrer entwickelten, mit etwas langsamerer Musik, den eleganten und doch lebendigen Jive. 1968 wurde er als fünfter Turniertanz zu den Lateinamerikanischen Tänzen aufgenommen.

 

Paso Doble

Paso Doble (zu deutsch "Doppelschritt") ist von der Herkunft eigentlich ein spanischer Tanz, er wird aber den Latein-Amerikanischen Tänzen zugerechnet. Man versteht darunter die tänzerische Interpretation des Stierkampfes, wobei die Dame das rote Tuch, die Capa ist. Seit 1945 ist er Turniertanz.
Der Paso Doble wurde lange Zeit im 6/8-Takt getanzt. Ins Welttanzprogramm und als Turniertanz setzte er sich jedoch im 2/4-Takt durch. Im Tanzsport wird er ab der B-Klasse getanzt.

Rock´n´Roll

Der Rock 'n' Roll ist Musikstil und Lebensart aus den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Er entstand 1955 als (weiße) Country & Western-Musiker in den USA Rhythm and Blues in ihr Programm aufnahmen und imitierten und wurde ein Ausdruck der jugendlichen Protestkultur.
Interpreten, die diesen Stil geprägt haben waren unter anderen Bill Haley, Elvis Presley, Chuck Berry, Little Richard und Jerry Lee Lewis.
Die ersten weltweiten Erfolge des Rock 'n' Roll waren Rock around the clock und Shake, rattle and roll, die Bill Haley mit seiner Band, den Comets 1954 aufgenommen hat.
Elvis Presley wurde zum Hauptvertreter des Rock 'n' Rolls, so dass man ihn als den "King of Rock 'n' Roll" bezeichnet.
Der Tanz entstand aus dem Boogie-Woogie und beinhaltet neben Fußtechnik auch Akrobatik mit Hebefiguren, Sprüngen, Würfen und Überschlägen. Es gibt nationale und internationale Meisterschaften.

 

Boogie Woogie

Boogie-Woogie ist eine Stilart des Piano-Blues. Clarence 'Pinetop' Smith erfand den Begriff Boogie-Woogie, indem er den berühmten "Pinetop's Boogie Woogie" im Jahre 1928 aufnahm. In der Folge dieser Aufnahme wurde der Begriff mit dieser sehr speziellen Art von Musik in Verbindung gebracht. Der Boogie-Woogie entwickelte sich am Anfang des 20. Jahrhunderts im Süden der USA. Im frühen 20. Jahrhundert lebten viele schwarze Arbeiter in den Südstaaten der USA als Bauarbeiter bei der Eisenbahn oder als Holzfäller. Sie lebten häufig in provisorischen Camps und unterhielten sich in Barrelhouse-Kneipen oder Honky-Tonk-Schuppen .In diesen Spelunken konnten sie trinken, spielen, Frauen treffen und tanzen. Die Musiker, in erster Linie Pianisten, tourten durch die Kneipen, spielten die ganze Nacht als Gegenleistung für Lebensmittel und Übernachtungsmöglichkeiten. Im Zuge der krise in den zwanziger Jahren zogen viele dieser Arbeiter in die Städte des Nordens, z.B. Chicago. Viele Musiker zogen ebenfalls nach Norden, wo sie auf den „House Rent Parties“ spielten. Diese Tanzparties funktionierten wie folgt: Der Wohnungsinhaber organisierte einige Flachen Schnaps und einen Musiker und finanzierte mit dem Eintrittsgeld, das er den Gästen abverlangte, seine Miete. In den späten zwanziger Jahren entwickelte sich der Boogie-Woogie-Stil weiter und Pianisten wie Pinetop Smith und Jimmy Hancey machten die Musik populärer. Die für den Boogie-Woogie typische Spielweise der linken Hand, bei der die Harmonien und der Rhythmus ohne große Sprünge auf den Tasten von dieser komplett übernommen werden, hat sich aus dem Ragtime entwickelt. Hier ist die Spieltechnik des Stride Piano üblich, bei dem die linke Hand sehr große und schnelle Sprünge durchzuführen hat. Da manche Pianisten spielenderweise mit einem Klavier auf einem Wagen gefahren sind, konnte man bei großen Sprüngen auf den Tasten diese nicht mehr treffen und hat sich so eine neue Begleitung überlegt.

 

Salsa

Salsa (wörtlich übersetzt aus dem Spanischen: Sauce) ist ein Tanz-Stil und eine lateinamerikanische Musikrichtung, die in New York entstanden ist. Diese Entwicklung ist den vielen in den Vereinigten Staaten lebenden Latinos zu verdanken, deren Wurzeln in den ehemaligen spanischen Kolonien (wie z.B. Kuba, Dominikanische Republik, Venezuela, Puerto Rico, Panama, Kolumbien) zu finden sind. Der eigentliche Ursprung der Salsa liegt im Son der 20er Jahre und – zeitlich sogar noch früher – im Danzon. Beide Musikstile kommen aus Kuba. Im New York der 30er Jahre verwandelten bekannte Musiker, unter anderem Tito Puente, den Danzon in Mamboklänge. Durch die Vermischung dieser Rhythmen mit anderen lateinamerikanischen Klängen entstand in den 60er und 70er Jahren in New York ein dem damaligen Jazz verwandter Mix: die Salsa.
Der vielfältigen Musik wegen erfuhr die Salsa schnell eine Verbreitung weit über den amerikanischen Kontinent hinaus und ist seit den 80er Jahren auch aus der deutschen Tanzszene nicht mehr wegzudenken.
Salsastile:
Klassisch-kubanischer Stil, auch "de la calle"-Stil oder Casino-Stil genannt
Neuer kubanischer Stil: Despelote
New York Style bzw. Salsa Puertoriceña
Westcoast-Style bzw. L.A. Style
Musik
Ruben Blades,Willie Colon, Tito Rodriguez, Tito Puente, Celia Cruz, Willy Chirino, Los Van Van (Kubanisch)

 

Tango Argentino

"Der Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann", sagte der argentinische Tango-Komponist Enrique Santos Discépolo. Die Geschichte des "Tango Argentino" beginnt in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Südamerika. In der Hauptstadt Uruguays Montevideo und in Argentinien treffen die verschiedensten Völker und Kulturen aufeinander. Kreolen und Indianer, sowie afrikanische, brasilianische und spanische Einwanderer erschließen das Land, arbeiten und leben zusammen und versammeln sich zu fröhlichen Tanzveranstaltungen (Milongas). Takte, Rhythmen und Melodien ihrer Herkunftsländer vermischen sich dabei zu neuen Liedern und Tänzen. Besonders die kubanische Habanera, der brasilianische Candombe und der spanische Tango Anadaluz prägen diese neue Musik, welche in die schnell wachsenden Städte an der Küste vordringt. Angelockt durch wirtschaftliche Not in ihren Heimatländern und durch ein groß angelegtes Einwanderungsprogramm der argentinischen Regierung erreichen alleine zwischen 1880 und 1930 ca. 6 Mio. Neuankömmlinge die Hafenstädte am Unterlauf des Rio de la Plata. Zugleich scheitert die angekündigte Landreform am Widerstand der Landbarone, was die demographische Situation noch verschärft. Denn zu den Einwanderern, denen es nicht gelingt im Hinterland Fuß zu fassen und die deshalb in die Hafenstädte zurückkehren, strömen nun auch noch abertausende von arbeitslosen Landarbeitern und Gauchos aus der Pampa. Und dort, wo viele Menschen auf engem Raum überleben müssen, herrscht Mangel. Mangel an Arbeit, Mangel an Perspektiven, Mangel an Frauen. In der Folge mutierte die leichte, fröhliche Milonga zu einem Tanz voller Schmerz, Hingabe und Sehnsucht. Kontrabass, Violine, und das 1840 von Heinrich Band aus der Konzertina entwickelte Bandoneon sind zunächst die Standardinstrumente der durch Kneipen, Bordelle, Mietskasernen und Jahrmärkte ziehenden Musiker. In den Hafenvierteln und Barrios(Vorstädte/Stadtteile) von Buenos Aires und Montevideo, in einem Milieu von Arbeitslosigkeit, Kleinkriminalität und Prostitution wird der Tango zum Ausdruck existentieller Not und menschlicher Einsamkeit. "Für den Tango existiert kein Volk als abstrakte Einheit oder als Ideal. Der Tango kennt nur den Menschen aus Fleisch und Blut." (Jose Gobello) Die argentinische Oberschicht, bar aller sozialen und ökonomischer Nöte lehnt den neuen Tanz, die Musik als Ausdruck von Verkommenheit und Verarmung grundsätzlich ab.
Erst am Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt sich die wirtschaftliche Situation Argentiniens langsam zu bessern. Zugleich gelingt dem Tango kurz vor dem Ersten Weltkrieg der Sprung über den Atlantik, hinein in die Salons und Bars von Paris, wo er schnell zum Modetanz avanciert. Er kehrt zurück nach Buenos Aires, welches immer schon ein wenig sein wollte wie Paris, und wird dort endlich von weiten Teilen der argentinischen Gesellschaft akzeptiert.
Es entstanden unterschiedliche Stilrichtungen, wie z.B. der Vals und der Tango de Salon. Bis in die fünfziger Jahre war der Tango der Gesellschaftstanz Argentiniens. Mit dem Sturz des argentinischen Präsidenten Juan Perón 1955 durch das Militär, schwindet zwangsläufig die Popularität des Tangos. Während dieser Zeit waren öffentliche Versammlungen aller Art verboten, was auch dazu führte, dass die Menschen nicht mehr tanzten. Viele Künstler gingen ins Exil. Erst mit dem Ende der Diktatur lebte der Tango wieder auf und man knüpfte dort an, wo man vor Jahrzehnten aufhören musste, nämlich am Tanzstil der vierziger Jahre.
Wegen der Zeit der Diktatur fehlt in Argentinien eine Generation beim Tango, der Tango hat es aber ganz offenbar sowohl bei den Tänzern also auch bei den Musikern geschafft, diese Generation zu überspringen und wird hoffentlich in möglichst authentischer Form weiterleben.

 

Hip Hop

Hip Hop ist die Bezeichnung einer internationalen Jugendkultur-Bewegung, die ihre Ursprünge in den Blockpartys des New York der 70er Jahre hat. Hip Hop setzt sich aus vier wesentlichen Elementen zusammen:
Breakdance (Tanz)
Der B-Boy, oder Breaker vollbringt akrobatische Bewegungen und stellt seine Kunst in Form von Tanz dar, die stark mit Capoeira verwandt ist. Frauen, die breaken, nennen sich B-Girls.
Mc-ing (Sprechgesang)
Der MC (Master of Ceremony) oder Rapper ist der Verbalakrobat, er spielt mit Wörtern, Sätzen und Lauten. Auch das Beatboxing gehört dazu.
Dj-ing (Musik von Schallplatten)
Der DJ legt Schallplatten auf, gerade bei Hip Hop spielt der DJ förmlich mit den Schallplatten. Sein Equipment sind die Plattenspieler und das Mischpult. Frauen, die als DJ tätig sind, nennen sich oft She-DJ oder D-Jane.
Graffiti Writing (Spraydosen-Malerei)
Writers bemalen vornehmlich öffentliche Wände meist illegal mit Kunstharz-Spraydosen. Die Graffitis unterscheiden sich in Letters (Buchstaben, Schriftzüge) und Characters (Figuren, oft wie in Comics anzutreffen). Statt Wände müssen manchmal auch Züge und andere Verkehrsmittel herhalten.
Allen vier Disziplinen liegt der Grundgedanke des Battle (Kampf) und des Gewinns von Fame (Ruhm) zugrunde, wobei die Kriege im Gegensatz zu Bandenkriegen und Schlägereien ohne physische Gewalt ausgetragen werden, und der Ruhm vor allem ein Anreiz sein soll, sich selber weiterzubilden und seine Skills (Fertigkeiten) weiter zu entwickeln.
Oft wird Hip Hop auf den Musikstil allein reduziert. Die Hip Hop Musik hat ihre Wurzeln in der schwarzen Funk-Musik. Der Rap (Sprechgesang), das Samplen oder Scratchen sind weitere Merkmale. Wer aber näher mit der Kultur zu tun hat, merkt schnell, dass erst alle vier Ausdrucksformen zusammen das charakteristische dieser Jugendkultur ausmachen. Mit den Worten eines der berühmtesten MCs, KRS-One: "Rap is something you do, but Hip-Hop is something you live." (dt: "Rap macht man, aber Hip-Hop lebt man.").

Discofox

Der Discofox ging aus dem Foxtrott hervor, als um 1973 frei improvisierende Discotänzer zur Tanzhaltung zurückkehrten und den klassischen Foxtrott um Elemente aus Swing, Boogie-Woogie und Two-Step bereicherten. Dabei entstand in den USA der Hustle (auch Hussle), in Europa der Discofox, der 1979 in das Welttanzprogramm aufgenommen wurde. Erste Turniere wurden Ende der 1980er Jahre in der Schweiz ausgetragen; dabei manifestierte sich die Bezeichnung Disco Swing, als mehr und mehr Elemente aus anderen Tänzen wie Rock ’n’ Roll, Boogie Woogie, Swing, Mambo, Salsa und Cha-Cha-Cha in den Discofox integriert wurden. 1992 fand die erste Discofox-Weltmeisterschaft in Basel statt, organisiert wurde sie von der International Dance Organization. Erst acht Jahre später folgte die zweite Weltmeisterschaft in Miami, seitdem jedoch werden Europa- und Weltmeisterschaften jährlich durchgeführt.

Technik

Der Discofox ist eine Fusion vieler verschiedener Elemente aus anderen Tänzen, weshalb er keine eigenen technischen Elemente entwickelt sondern aus denen anderer Tänze besteht. So kombiniert er die aus dem Foxtrott abgeleiteten Schrittmuster mit der klassischen Tanzhaltung, der Improvisationsfreiheit des Swing, den Drehtechniken der lateinamerikanischen Tänze, den Wickelfiguren der Salsa und den akrobatischen Figuren des Rock ’n’ Roll und Boogie Woogie.

Rhythmus und Musik

Der Discofox basiert auf dem 4/4-Takt, wobei jedoch der Takt nicht als ganzes, sondern die Beats (engl. Taktschläge) einzeln gezählt werden. Im Discofox und dem eng verwandten amerikanischen Three Count Hustle umfasst ein Grundschritt drei Schläge, in anderen Stilrichtungen wie z. B. dem New York Hustle vier Schläge. Während im klassischen Discofox ein 3er-Schritt verwendet wird, d. h. auf drei Schläge fallen auch drei Schritte, wird im Three Count Hustle und dem Discofox nach Vorbild des Hustle ein 4er-Schritt verwendet, d. h. auf drei Schläge fallen vier Schritte:

Takt: 1 . 2 . 3 . 4 . 1 . 2 . 3 . 4 .
------------------------------------------------------
3er-Schritt: |X X X |X X X |X ...
4er-Schritt, 1 2&3: |X X X X |X X X X |X ...
4er-Schritt, 1 2a3: |X X XX |X X XX |X ...
4er-Schritt, 1 2 3&: |X X X X|X X X X|X ...

Legende: X = Schritt, | ... | = ein Grundschritt.

Als Musik eignet sich prinzipiell jede Form der Tanzmusik mit regelmäßigem 4/4-Rhythmus und einer Geschwindigkeit von ca. 30 TPM bzw. 120 BPM. Insbesondere wird aktuelle Tanzmusik der Discos, d. h. Popmusik und Spielarten des Techno, verwendet.

Lindy Hop

Lindy Hop ist ein Tanzstil, den Charleston, Break-Away, Step-Tanz, andere Jazz-Tänze, traditionelle westafrikanische, aber auch europäische Tänzen prägten. Als Gesellschaftstanz wird er vor allem zu zweit getanzt, wobei der Spaß an der Harmonie, dem Austausch von Bewegungsideen während des Tanzes und an der Musikinterpretation im Vordergrund steht.

Der Tanz entstand in den 1930er-Jahren in den großen Ballsälen New Yorks zur Musik der Big Bands, die die Jazzmusik zur orchestralen Swing-Tanz-Musik weiterentwickelten. Eine besondere Bedeutung kommt dem größten, dem Savoy Ballroom in Harlem zu. Er war für alle Bevölkerungsschichten und Hautfarben offen, ein Schmelztiegel verschiedenster Tanzkulturen, in dem sich der Lindy Hop zu einer besonderen Attraktion entwickelte. Er zog Prominenz und High Society ins Savoy, was ihm über Harlem hinaus Beachtung verschaffte.

Der Tanz wurde von den Whiteys Lindy Hoppers einer Showtruppe verbreitet, die ihren Tanz-Stil in den 1930er- und 1940er-Jahren auf den Bühnen in den USA, Europa und Australien popularisierte. Frankie Manning war lange Zeit tänzerischer Kopf der Truppe. Er entwickelte unter anderem die ersten „Aerials“ (mit der Musik synchronisierte, nahtlos in den Tanz eingestreute Paar-Akrobatiken).

Seit Anfang der 80er Jahre gewinnt Lindy Hop auch in Europa wieder zunehmend Freunde. Im Jahre 2005 gab es in London und New York bereits eine mehrere tausend Tänzer umfassende Insider-Gruppe, aber auch in anderen Großstädten der überwiegend westlich geprägten Welt und anderswo (z. B. Peking, Tokio) trainieren Fans des Tanzes regelmäßig und veranstalten öffentliche Partys. Rund 1500 Tänzer aus der ganzen Welt pilgern jährlich für vier Wochen in das kleine schwedische Dorf Herräng: die "Harlem Hot Shots" (früher: Rhythm Hot Shots), widmen dort seit 1982 dem authentischen afroamerikanischen Tanz (und prominent dem Lindy Hop) ein Tanzlager. Gezielt werden Zeitzeugen der 30er bis 50er Jahre mit aktuellen Protagonisten der Tanzform zusammengeführt.

Über die Namensgebung „Lindy Hop“ kursieren verschiedene Geschichten, die überwiegend auf den New Yorker Tänzer „Shorty George“ George Snowden verweisen. Lindy Hop heißt der Tanz angeblich nach Charles Lindbergh, dem ersten Überquerer des Atlantiks mit einem Nonstop-Flug New York-Paris. Gemäß der Legende und Überlieferung von Frankie Manning feierten Bürgermeister und Journalisten an jenem Abend, an welchem die Zeitungen titelten: 'Lucky Lindy Hops the Atlantic' im Savoy Ballroom und fragten einen der Tänzer, was er denn hier tue, worauf er geantwortet haben soll: „I'm doin' the Hop… the Lindy Hop!“ Gemäß Frankie Manning griff der erschöpfte Shorty George einfach auf die aktuelle Zeitungsschlagzeile zurück.

Eine andere Version berichtet, Lindy Hop habe ursprünglich nur „Hop“ geheissen. Der Name „Lindy“ sei erst 1927 im New Yorker Savoy Ballroom dem „Hop“ hinzugefügt worden - angeblich zum Gedenken an Lindberghs berühmten Flug über den Atlantik.

http://www.tanzschule-immervoll.at/tanzgeschichte.php

News

«   Seite 9 von 9

Jun 29, 2012
Kategorie: News
Erstellt von: Administrator
Applaus, Applaus!
Die Besten von den Besten sind auf der Bühne des Weltwettbewerbs im Congress Centre Villach, Austria!
   
Alle Nachrichten

Letzte Fotos

Alle Fotos